Geschichte

Rudolfsgnad – Chronik einer donauschwäbischen Gemeinde 1866 – 1944

Die Gemeinde Rudolfsgnad, genannt nach dem Kronprinzen Rudolf von Habsburg (1858 – 1889), wurde 1866 gegründet. Am Ostermontag des Jahres 1866 wurde die Gründung der neuen Gemeinde im Ried zwischen Donau und Theiss mit einer Feldmesse gefeiert; sie zählte 1902 Seelen.

Nach den ersten Aufbaujahren wurde Rudolfsgnad 1867, 1876, 1895 und 1907 von schweren Überschwemmungen hart getroffen. Trotz dieser Schicksalsschläge entstand aus der wagemutigen Ansiedlung eine blühende Gemeinde.

Auf Rudolfsgnad treffen die Dichterworte zu:

Aus einer Wüste ward ein blühend Eden – aus Sümpfen hob sich eine neue Welt.“

Der Kampf der Rudolfsgnader gegen die Naturgewalten und die widrigen Rechtsverhältnisse wurden vom Dichter Adam Müller-Guttenbrunn in seinem Roman „Glocken der Heimat“ geschildert.

Die Anführer der Rudolfsgnader Siedler waren die Brüder Heinrich und Josef Kirchner, sowie Pfarrer Ferdinand Löschardt.

Die Gemeinderepräsentanz in Rudolfsgnad bestand in den ersten Jahren aus folgenden Mitgliedern: Heinrich Kirchner (Vorstand), Josef Scheurich, Andreas Tißje, Ignaz Renaz, Johann Wacker, Wendl Lung, Michael Dornstauder, Josef Bleeß, Anton Brenner, Johann Harle, Josef Unhold und Michael Glaser.

Der erste Seelsorger der Gemeinde, die zum Csanader Bistum gehörte, war Ferdinand Löschardt, die ersten Lehrer waren Josef Kirchner und Johann Schummer.

Die Gemeinde erbaute anfänglich ein zweckentsprechendes Schulhaus, welches auch als Bethaus benutzt wurde, dann ein Pfarrhaus und bereits am 1. November 1877 konnte die im neugotischen Stil erbaute Kirche eingeweiht werden.