Woher kommen die Siedler?

Woher kommen die Siedler im Jahre 1866?

Die Dorfgemeinschaft Rudolfsgnad entsteht durch eine Neusiedlung auf dem Perlaser Ried im Deutsch-Banater Grenzregiment. Die Genehmigung erfolgte am 8. Dezember 1865 durch Kaiser Franz-Josef I. mit der Maßgabe, daß die Grenzgemeinde den Namen Rudolfsgnad annehmen darf. Am Ostermontag, dem 2. April des Jahres 1866 wird der Beginn der Dorfgemeinschaft mit einer Feldmesse gefeiert. Das Dorf entsteht rund 5 Kilometer nördlich der Mündung der Theiß in die Donau – am östlichen Theißufer – rund 50 Kilometer nördlich von Beldgrad. Rudolfsgnad zählt bei seiner Gründung 1902 Seelen.

Eine Ortsmonographie im Jahre 1891 schildert die ersten 25 Jahre der Dorfgemeinschaft. Dieser Ortsmonographie ist auch eine Liste der Rudolfsgnad des Jahres 1891 beigefügt. Diese Aufzeichnung enthält neben dem Namen und Vornamen auch Familienstand, Geburtsjahr, Geburtsort und Anmerkungen zum Beruf der erfaßten Personen. Das Verzeichnis ist nach Hausnummern geordnet. Rudolfsgnad zählt im Jahre 1891 2.971 Bewohner. Die Angaben zu dieser Liste wurden durch eine Befragung der Bewohner erstellt – also nicht durch eine Auswertung der Kirchenbücher. Das Verzeichnis ist – trotz einiger Fehler z.B. in der Angabe der Geburtsjahre – ein wertvoller Beitrag zur Geschichte und der Herkunftsforschung der Rudolfsgnader.

Eine Auswertung ergibt folgende Herkunftsorte (bzw. Geburtsorte):

Etschka 519 Elemir 23 Betsche 7
Sigmundfeld 188 St. Georgen 21 Heufeld 7
Lasarfeld 90 Malnitzdorf 20 Lukasdorf 7
Klek 75 Groß-Gaj 18 Nakodorf 6
Ernsthausen 73 Titel 17 St. Hubert 6
Sartscha 48 Stefansfeld 15 Hatzfeld 6
Setschan 36 Klein-Torak 12 Deutsch-Zerne 6
Groß-Betschkerek 31 Neudorf 9 Jankahid 6
Perlas 28 Dolatz 9 aus anderen Orten 181
Tschestereg 23 Tschawosch 9

Die Ereignisse von 1891 bis 1944 und weiter bis 1966, werden durch eine weitere Chronik von Dr. Anton Lehmann geschildert. Die Dorfgemeinschaft Rudolfsgnad wird durch die administrativen und politischen Widrigkeiten der Gründerzeit und der Zeit danach, sowie durch die Überschwemmungen in den Jahren 1867 – 1876 – 1895 – 1907 geprägt. Der nach den Überschwemmungen jeweils geglückte Wiederaufbau und der anschließende wirtschaftliche Erfolg gibt den Rudolfsgnadern eine harte und selbstbewußte Art. Sie nennen sich mit Stolz die „Riedwölfe“.
Die Dorfgemeinschaft endet am 3. Oktober 1944, als sich ein Flüchtlings-Wagentreck um 9 Uhr in Bewegung setzt, um über die Theißbrücke die Heimat für immer zu verlassen. Auch wenn einige wieder umkehrten – es war keine Rückkehr in eine Dorfgemeinschaft – das Schicksal nahm seinen Lauf.