Wohin gehen die Rudolfsgnader?

Wohin gehen die Rudolfsgnader nach dem Oktober 1944?

Flucht, Konzentrationslager oder Deportation nach Rußland. Rudolfsgnad hatte im Oktober 1944 noch 3.054 Bewohner (80 Männer waren als Soldaten bis zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen). Militärdienstleistende Rudolfsgnader: 716 Personen, flüchtende bzw. bereits außerhalb Jugoslawiens befindliche Rudolfsgnader 1.587 Personen, Zivilpersonen die zurückgeblieben und ab Oktober 1944 dem Tito-Regime ausgeliefert waren (davon sind 126 zu Tode gekommen)751 Personen.

Das Schicksal der in Rudolfsgnad Verbliebenen

Symbolhaft ist der Untergang des Dorfes durch die Sprengung des Kirchturms durch deutsche Truppen am 13.Oktober 1944 markiert.Der Pfarrer Rudolf Schummer wird von einem Stein so schwer am Kopf verwundet, daß er am gleichen Tag seiner Verletzung erliegt. Am selben Tag wird die Theißbrücke gesprengt.

25 Rudolfsgnader Männer werden in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1944 von Tito-Partisanen so mißhandelt, daß sieben diese Nacht nicht überlebten – vier dieser Toten werden zur „Abschreckung“ vor dem Gemeindehaus an Bäumen aufgehängt. Die übrigen achtzehn Mißhandelten werden nach Groß-Betschkerek gebracht und einige überleben die dort weitergehenden Mißhandlungen nicht.

Am 15./16. April 1945 beginnt die Internierung der zurückgebliebenen Bewohner von Rudolfsgnad. In der Zeit von April bis Oktober 1945 entsteht in Rudolfsgnad ein Konzentrationslager das bis März 1948 besteht.

Etwa 33.000 Deutsche passieren dieses Konzentrationslager, in dem zeitweise mehr als 20.000 Menschen gefangen sind. 9.503 Personen überleben das Martyrium nicht, sie liegen in den Massengräbern Rudolfsgnads auf der Teletschka.

Die Flucht

Am 3. Oktober 1944 setzte sich ein Wagentreck in Bewegung, um über die Theißbrücke die Heimat für immer zu verlassen. Über Ungarn flüchten 1.566 Rudolfsgnader. Wo sind sie geblieben?

1966 lebten nach den Aufzeichnungen in der Chronik von 1966:

700 Familien in Deutschland, 140 Familien in Oberösterreich, 20 Familien in Niederösterreich, weitere 60 Familien lebten in USA, Kanada, 20 Familien in Frankreich sowie mehrer Familien in Mexico, Brasilien, Argentinien und England.